Beruf nach Neigung oder Chance?

Eine schwierige Frage: Wonach sollte man das Studium und den Beruf wählen? Der Artikel in der Zeit über die geistige Elite bei der Arbeitsagentur wirft diese Frage auf. Für mich würde an erster Stelle die Neigung und Fähigkeit stehen und an zweiter Stelle die Prognose der Chancen.

Wieso?

Um eine Stelle zu finden und erfolgreich im Beruf zu sein, ist eine gute Qualifikation und Überzeugung vom eigenen Tun sehr wichtig.

Das ist eigentlich trivial. Dies ist in den meisten Fällen eher zu erreichen, wenn ich das tue, was mir entspricht und woran ich Spaß habe. Wer hat Lust sich mit Dingen herum zu schlagen, die zwar gute Zukunftschancen haben, man aber keine Lust dazu hat?

Sollte man dann hinterher keine Anstellung finden, lässt sich mit Flexibilität und Anpassungsfähigkeit meistens doch etwas finden oder gestalten. Wie in dem Beispiel aus der Zeit von dem Mathematiker, lassen sich sich Fähigkeiten aus seinem Werdegang ableiten, die auch in anderen Feldern einsetzbar sind. Eventuell hebt er sich dort von der Allgemeinheit besonders ab und hat dadurch sogar mehr Chancen. Das bedeutet jedoch oft Arbeit - herauszufinden, was sind die besonderen Fähigkeiten einer Person, auf welchen anderen Felder lassen sich die Qualifikationen übertragen und wie verkauft man es dort. Das ist ein Thema für ein Coaching zur Karriere.

Sehr wahrscheinlich, und da stimme ich dem Autor zu, ist es schwierig mit der Basisbezeichnung "Mathematiker" sofort das Passende zu finden. Ebenso braucht es auch Phantasie andere Einsatzgebiete als die Gewohnten zu definieren. Der Mathematiker wird ganz bestimmt etliche Eigenschaften und erworbene Fähigkeiten haben, mit denen er gute und wichtige Jobs ausfüllen könnte. Aus meiner Sicht ist es aber ein Definitions- und Suchproblem. Was kann er und wo würde das passen?

Und noch schwieriger, wie überzeuge ich die potentiellen Arbeitgeber, dass ein Mathematiker genau das Passende ist. Nicht allein die Qualifikation zählt, sondern auch die Darstellung. Was wird in den Vordergrund gerückt, wie wird es genannt, was ist das Besondere an der Person. Typische Fragestellung im Karrierecoaching.